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"Kreuzweg der Flüchtlinge"
in Oberwart

Am Samstag, 15. März 2008, 14:00 Uhr
Treffpunkt und 1. Station:
Musikschule Oberwart, Ambrosigasse (ehem. Synagoge)

Jesus spricht:
"Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen." (Mt 25)
"Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan."  (Mt 25)

Überall auf der Welt sind Menschen auf der Flucht - vor Krieg, Terror, Ausgrenzung oder Hunger. Die UNO schätzt, dass 160 Millionen davon betroffen sind. Wenige davon - ca. 1 Prozent - kommen bis Europa oder bis nach Österreich. Dass es nicht mehr sind, dafür sorgen viele technische Einrichtungen, Sicherheitsmaßnahmen und  Kontrollen . Und die es doch schaffen, sehen sich hier einer unbegreiflichen und menschenverachtenden Bürokratie ausgeliefert.

Kreuzwege sind eine alte christliche Tradition, um der Leiden Jesu zu gedenken. Als Bruder aller Menschen trägt gerade er das Antlitz der Ausgegrenzten und Verfolgten.

Der "Kreuzweg der Flüchtlinge" will in einer liturgischen Prozession mit acht Stationen an verschiedenen Orten in Oberwart der Leiden Jesu und der Flüchtlinge gedenken und Hoffnung zum Neuen Leben geben.

 

Hintergrundinformation: Warum ein "Kreuzweg der Flüchtlinge"?

Immer mehr Menschen sind auf der Flucht. Sie verlassen nicht freiwillig ihr Heimatland, sondern flüchten vor Verfolgung , Folter und Tod. Verfolgt werden sie, weil sie anderer politischer oder religiöser Überzeugung sind als die Machthaber ihrer Länder oder auch einfach, weil sie mit ihrer sozialen bzw. ethnischen Gruppe ins Visier von Apartheid und Hass geraten sind. Hintergrund angeblich ethnischer oder religiöser Konflikte ist jedoch oft genug der Kampf um Ressourcen, in den unsere Industrieländer mit ihrem viel zu hohen Verbrauch und ihrer Gier nach ?immer mehr" unmittelbar verwickelt sind. Wir können nicht leugnen, dass unser Lebensstil mitverantwortlich ist für weltweit e Verelendung, Vertreibung und Flucht.

Auf ihrer lebensgefährlichen Reise erreichen die wenigsten Flüchtlinge die reichen Länder Europas. Dafür sorgen elektronische und militärische Abwehrmaßnahmen an den Außengrenzen der EU. Für Tausende wird jährlich das Mittelmeer zu einem Massengrab. Hunderttausende verzweifeln vor den verriegelten Türen Europas. Das ist das Ergebnis der unmenschlichen Politik der Regierungen Europas!

Der "erfolgreiche Abwehrkampf" gegen Flüchtlinge wird auch - sogar mit Stolz – in der offiziellen Statistik dokumentiert: Konnten im Jahr 2002 noch knapp 40.000 Flüchtlinge in Österreich um Asyl ansuchen, so gelang dies im Jahr 2007 nur noch etwas weniger als 12.000 Flüchtlingen, obwohl die Krisenherde und Bürgerkriege in diesem Zeitraum weltweit massiv angestiegen sind. Nicht die Zahl der Flüchtlinge ist kleiner geworden, sondern die Zahl derer, die bis hierher fliehen konnten . Während die Regierungen der EU befriedigt den Rückgang von Asylanträgen feiern, vergrößert die wachsende Anzahl der Vertriebenen und Flüchtlinge das Heer der Verarmten und Verelendeten in den ohnehin ärmeren Staaten außerhalb der Schengengrenze.

Und für die, die über alle Hindernisse hinweg doch in Europa um Asyl ansuchen, beginnt damit ein oft neu traumatisierender Kampf mit einer undurchschaubaren Bürokratie, deren Gesetze und Ausführungsbestimmungen immer mehr vom Ziel der Ab- und Ausgrenzung geprägt sind. Die ständigen Verschärfungen der Asyl- und Fremdengesetze halten wir für ein e zynische Konstruktion , die das Menschenrecht auf Asyl aufs Gröbste missachtet und aushöhlt.

Gegen diese egoistische und selbstgerechte Praxis unserer reichen Staaten erheben wir unsere Stimme. Wir wollen nicht unsere Augen und Herzen verschließen vor der Ungerechtigkeit, weder hier im Burgenland noch sonst wo. Wir werden unseren Kindern nicht sagen können, wir hätten nichts über die Zurückweisungen, über Schubhaft und Deportationen ins Ungewisse gewusst. Niemand soll uns den Vorwurf machen können, wir hätten nichts dagegen unternommen.

Wir berufen uns dabei auf christliche und humanistische Grundsätze. Jesus sagt: "Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen." (Mt 25). So sind für uns Flüchtlinge keine Gefahr, kein Sicherheitsproblem, sondern Schwestern und Brüder, die in Not sind und unsere Hilfe brauchen. Unser Reichtum ist uns gegeben, um ihn zu teilen. Flüchtlinge sind Menschen wie wir. Deshalb heißen wir die Flüchtlinge willkommen und treten ein für bessere Empfangsstrukturen, klare Integrationsangebote und faire Asylverfahren mit Gesetzen und Verordnungen, die den Menschen achten. Menschlich sein ist (noch) nicht verboten.

Der Zusammenhang von Flüchtlingen und Krisenherden ist offensichtlich; die meisten Flüchtlinge wurden von Kriegen zwischen Staaten, Völkern oder Stammesgruppen vertrieben, wobei auch die Beteiligung demokratischer Staaten meistens im Dunkeln bleibt. Deshalb fordern wir eine aktive und ernsthafte Beteiligung Österreichs an einer weltweiten Abrüstung sowie zu gewaltfreien und nichtmilitärischen Methoden der Konfliktlösung.

Wir laden alle ein, mit uns gegen das Unrecht, das Flüchtlingen angetan wird, aufzustehen, und freuen uns auf Ihre/ Deine Teilnahme.

 

Unsere Forderungen an die Politik:


Im Hinblick auf die Krisenherde der Welt:

•  Wahrung der österreichischen Neutralität

•  Aktiver Einsatz für weltweite Abrüstung

•  Beteiligung an nichtmilitärischer Konfliktlösung

 

Im Hinblick auf Flüchtlinge und Asylwerber:

•  Übertragung der Zuständigkeit für Asylwerber vom Innenministerium zum Sozialministerium; Aufbau eines Integrationsstaatssekretariates;

•  faire und schnelle Asylverfahren

•  kein Auseinanderreißen von Familien

•  Aufbau und Finanzierung von Rechtsberatung

•  Einrichtung von Therapiestationen für traumatisierte Asylwerber

•  Abschaffung der Schubhaft

•  flächendeckende Deutschkurse

•  Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber

Humanitäres Bleiberecht für alle, deren Verfahren länger als drei Jahre dauert